
So kommt KI bei mir (nicht) zum Einsatz.
Seit einiger Zeit ist KI quasi nicht mehr wegzudenken aus dem Kreativbusiness. Ob man will oder nicht: KI-generierte Motive und Bilder begegnen einem überall. Auch bei meiner Etsy-Recherche sehe ich bei vielen Anbietern KI-generierte Werke, die scheinbar ohne mit der Wimper zu zucken, auf Produkte geklatscht werden oder als Produkte angeboten werden.
Und auch ich nutze seit einiger Zeit KI für meine Prozesse im Hintergrund. Aber mit klaren Grenzen!
Nicht Sinn der Sache:
Überflutung mit KI-generierten Motiven
KI-Tools können eine gute Unterstützung im Kreativbusiness sein. Auch in meinem. Dazu werde ich gleich noch konkrete Beispiele nennen. Aber diese damit einhergehende generelle Flut an KI-Content und Überflutung von Verkaufsplattformen wie Etsy finde ich persönlich oft überfordernd und auch fragwürdig.
Wenn man sich manche KI-generierte Motive so anschaut, wird die Qualität durch KI nicht zwangsläufig besser. Im Gegenteil! Manchmal sind die Ergebnisse sogar eher falsch und lieblos, weil Motive nicht menschlich korrigiert und nicht kritisch hinterfragt werden.
Da kann eine Achterbahn auf einem Gutschein für einen Freizeitpark schonmal komplett verunfallt und falsch aussehen, weil die KI das eben noch nicht hinbekommt. Im Gegensatz dazu ist meine Illustration, die ich selbst für einen Gutschein für einen Freizeitpark gemacht habe, dann vielleicht nicht so perfekt und optisch aufwendig, aber mit Liebe und einem Blick für reale Qualität entstanden.
Klar, es gibt auch ganz viele tolle, beeindruckende und zweckmäßige künstlerisch wertvolle Motive, die ausschließlich mit Hilfe eines KI-Tools generiert wurden. Und das kostet auch Zeit, braucht Erfahrung und Auseinandersetzung. Das möchte ich nicht pauschal schlechtmachen. Das kann qualitativ natürlich richtig gut sein.
Mit KI Produktivität erhöhen.
Aber auch menschliche Qualität aushöhlen und an den Rand drängen.
Inflationäre Nutzung und Produktion mit KI, nur um schnell und mit geringstem Aufwand ›kreative‹ Werke zu erstellen und anzubieten, bringt aus meiner Sicht keinen wirklichen Mehrwert und verstopft Plattformen wie Etsy eher, auf denen eigentlich menschliches Handwerk, menschliche Kreativität und Originalität im Vordergrund stehen sollten.
Ob und wie potentielle Käufer das bewerten, ist wahrscheinlich höchst unterschiedlich. Und ich mache mir auch nicht die Illusion, dass Käufer immer der menschlichen Note und handwerklich selbst gemachten Werken den Vorzug geben. Oft zählt einfach das Ergebnis und ob die Lösung an sich überzeugt und schnell und einfach verfügbar ist. Aus meiner Sicht wird die Generierung mit KI Qualität aushöhlen und menschengemachte Werke verdrängen, was ich äußert schade und zum Nachteil finde!
Aus meiner Sicht als Kreativschaffende bleibt mir der Weg, meinen Markenkern zu stärken, zu betonen und diesen eben nicht austauschbar mit KI-Anteilen zu verwässern. In Summe spüren Käufer das und werden es bei ihrer Kaufentscheidung zumindest teilweise berücksichtigen. Die eigene Marke und ein stimmiges Gesamtbild mit klaren Werten und Zielen machen einen Unterschied zum reinen Output durch die KI (zumindest noch).

KI als Assistenz, aber nicht als Kreativschaffende.
Dieser Blog-Artikel dient der Transparenz und zur Abgrenzung. Ich habe für mich seit einiger Zeit recht klar abgesteckt, wo KI bei mir als Assistenz mitwirken darf und wo nicht.
Weil ich natürlich auch den Druck und den Drang verspüre, manche Aufgaben vermeintlich schneller erledigen zu lassen. Und weil das Auslagern mancher Aufgaben auch vorteilhaft und erleichternd ist.
Aber ich möchte mich selbst nicht überflüssig oder austauschbar machen, sondern meinen persönlichen Platz besetzen, an dem ich sein möchte und bei dem auch andere einen Mehrwert davon haben. 🙂
meine persönlichen Grenzen, was KI-Nutzung angeht:
KI wird bei mir NICHT genutzt, um Illustrationen zu generieren.
Meine Illustrationen entstehen durch mich selbst. Sie enthalten ›Fehler‹, haben einen spezifischen Stil und ändern sich durch meine Launen, durch die jeweiligen Themen, Bezüge aus meinem realen Leben und durch meine eigene Weiterentwicklung. Das ist aus meiner Sicht der Kern meines produktiven Schaffens, den ich vor einer Verfremdung, Abwandlung oder sogar vor Optimierung durch KI schützen möchte.
KI generiert mir nicht so etwas wie das Motiv für den Gutschein zum Essen gehen. mit dem aufgereihten Besteck und dem kleinen Tischsträußchen in der Mitte, das indirekt und offen für alle Anlässe ist.
Und auch die Idee, beim Gutschein fürs Kino zum Basteln die Leinwand auf die riesige Popcorn-Tüte zu setzen, hätte die KI vermutlich nicht gehabt. 🙂

KI wird von mir nicht genutzt, um generisch Mockups und Abbildungen für Produkte zu erzeugen.
Wenn Mockups und Abbildungen von KI erstellt werden, wirken diese in meiner Wahrnehmung oft (noch) zu künstlich, zu perfekt, übertrieben oder einfach so abgekoppelt von der Realität. Diese Oberflächlichkeit und Künstlichkeit schafft Distanz, wo eigentlich Echtheit gefragt ist.
Darum wird es bei mir keine mal eben schnell generierten Produktabbildungen geben, nur weil es technisch geht. Stattdessen greifen Abbildungen immer meine angestrebte Atmosphäre auf, enthalten echte Anteile und haben Bezug zur Realität.
KI wird nicht genutzt, um schnell und oberflächlich Plattformen mit noch mehr Content vollzustopfen.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich rolle manchmal mit den Augen, wenn in sozialen Kanälen oder bei Youtube inflationär für alles KI-generierte Motive zum Einsatz kommen.
Ja, wir werden uns weiter dran gewöhnen und haben uns auch schon daran gewöhnt. Aber diese KI-Ästhetik ist eben oft auch ziemlich generisch, übertrieben und oberflächlich. Darum achte ich sehr bewusst darauf, dass ich nicht einfach schnell irgendein Motiv generiere, nur UM damit Content zu produzieren. Im Vordergrund stehen immer echte Inhalte, Werke und Gedanken.
KI wird nicht genutzt, um mich selbst als KI-Version darzustellen und zu zeigen.
Das Thema darf natürlich auch jeder für sich selbst ausprobieren und entscheiden. Und es ist ja auch spannend, eigene Portraitfotos und Fotos von sich selbst zu nutzen, um daraus etwas Neues mit KI zu schaffen, was man sonst nie hätte machen können. Positiv-Beispiel sind sicher witzige Trends wie die Superhelden-Figuren in der Plastikverpackung.
Aktuell möchte ich mich (nach einigen wenigen gruseligen Versuchen) als Person nicht von der KI optimieren lassen. Vielleicht ändere ich meine Meinung dazu aber, wenn die KI so dezent optimiert, dass ich immer noch komplett ich bin (nur ein bisschen ausgeschlafener und besser ausgeleuchtet). 😉
Dafür darf KI mich als Assistenz unterstützen:
Optimierung von bestehenden Mockups (Produktabbildungen):
Für die Unterstützung bei der Bildgenerierung ist ein KI-Tool wie ChatGPT mittlerweile sehr gut geeignet. Auch wenn manchmal noch über das Ziel hinausgeschossen wird und generierte Bilder zu künstlich oder unauthentisch wirken. Mit den richtigen Einstellungen und Wissen kann ChatGPT mir richtig gut helfen, meine amateurhaft gemachten Fotos für Mockups zu optimieren und anzureichern. Denn gute Produktbilder und Mockups sind unheimlich wichtig und wertvoll für Kaufentscheidungen.

Vorher (normales Handyfoto mit Boardmitteln in meinem Wohnzimmer :-))

Nachher (ansprechendes Glas und Szene mit KI generiert, realer Ziegelhintergrund wieder von mir eingefügt)
Es bleibt allerdings ein Ausprobieren und Feinjustieren. Oft wirken generierte / optimierte Bilder immer noch relativ künstlich und unecht, bekommen einen Braunstich verpasst oder verändern sich einfach auf unerwünschte Weise.
Bei der Optimierung und Generierung von Mockups ist mir generell wichtig, dass diese immer Elemente enthalten, die zu meiner Marke passen und die es hier vor Ort real gibt: Holzboden, Ziegelwand, Eichentischplatte, Kalkputzwände etc.



Vorlagen für Illustrationen und Motive generieren:
In Maßen nutze ich KI auch, um mir kleine Vorlagen zu generieren, die ich dann zum Nachzeichnen benutze. Beispiel sind die kleinen Fledermäuse bei meinen Halloween-karten und Motiven. Gerade solche Formen lassen sich schnell und einfach mit KI generieren und dann direkt zum Zeichnen nutzen. Als Beiwerk und für kleine selbst gezeichnete Elemente für Produkte.
Hier merke ich aber aktuell, dass sich nicht alle Formen und Elemente eignen, die von der KI momentan generiert werden, weil diese häufig zu künstlich und glatt sind. Das sieht man Illustrationen dann tatsächlich an. Daher möchte nach wie vor echte Vorlagen und eigene Motive aus meinem realen Leben als Grundlage nutzen, wenn es möglich ist.
Wo KI bei mir außerdem zum Einsatz kommt:
- Optimierung und Übersetzung von Produkttexten
- Strategische Unterstützung bei Fragen rund um meine Weiterentwicklung und (neue) Produktnischen
- Unterstützung bei Optimierung meiner Website und zu strategischen Fragen rund um Suchmaschinenoptimierung und Vermarktung
Meist nutzte ich ChatGPT als Assistenz, um Einschätzungen zu bestimmten Fragen der Weiterentwicklung zu geben. Dabei gehe ich aber immer kritisch mit Vorschlägen um und hinterfrage, was davon ich weiterverfolgen möchte und wo ich mich auch bewusst anders entscheiden möchte.

Made by Human
Das hier ist kein Genörgel.
KI ist da und wird bleiben und eröffnet eine riesige Fülle an Möglichkeiten. Gleichzeitig wird menschliche Beteiligung und händische Arbeit sozusagen als Gegentrend wertvoll bleiben und wertvoller werden.
Made by Human ist sicher kein neues Gütesiegel aber eben doch ein Signal, das wichtiger geworden ist. Vor allem wenn man als Konsument / Käufer gar nicht mehr selbst erkennen kann, was menschlich gemacht wurde und was nicht.
Und das erlebe ich selbst gerade oft. Ich schaue mir Bilder und Illustrationen an und denke: Ist das jetzt echt? Oder hat KI das gemacht? Und ich weiß nicht wie es dir geht, aber bei mir hängt der gefühlte Wert schon in Teilen davon ab, ob etwas ›echt‹ mit menschlichem Aufwand erstellt wurde oder ›nur‹ schnell mal irgendwie generiert wurde.
Besonders wenn es darum geht, anderen Menschen eine Freude zu machen, bleibt die menschliche Note und das Selbstmachen ein wichtiger Aspekt. Es soll nicht nur perfekt und glatt sein, es soll nicht generisch und beliebig sondern persönlich und eigenwillig sein.





