
Misserfolge und Platz für was Besseres.
Die selbst gesteckten Ziele habe ich nicht so erreicht wie gedacht. Aber der Weg hat sich mitten im Jahr auch geändert.
Was nicht so hundertprozentig funktioniert hat.
Direkt vorab: Die selbst gesteckten Ziele für 2025 konnte ich nicht komplett erreichen.
Ziele, die ich für 2025 definiert hatte:
- Auch wenn es sportlich ist: 300
bis 400 Produkte im Etsy-Shop Kompaktes Sortiment mit ordentlichen Print-on-Demand-Produkten im Zweit-Shop (der Gewinn macht)- Stabileres Angebot hier auf der Website (
Ausgewählte kostenlose Downloads, Blog-Beiträge mit Ideen und Inspirationen für Besucher) - Angestrebte Einkünfte: 15–
20% meiner Gesamt-Einkünfte
Der zweite Print-on-Demand-Etsy-Shop liegt wieder auf Eis.
Meine Einkünfte liegen nicht bei 15 bis 20 Prozent – sondern bei ca. 14 Prozent (immerhin!). Das Ziel der 300 Produkte kann ich mit Ach und Krach als fast erreicht betrachten, wenn ich alle Produkte zusammenzähle. Auch die, die im Etsy Shop saisonal gerade nicht aktiv sind oder die abgelaufen sind, weil sie sich noch nicht gut verkauft haben (also Optimierungen brauchen oder aussortiert werden müssten). Das ist also etwas geschummelt.

Zwei POD-Anbieter im Vergleich: Links verwaschen, zu hell und noch unschärfer als der Becher rechts (der ist ganz ›ok‹).
Mein größter Misserfolg: Print-on-Demand-Produkte
Tja, was soll ich sagen. Ich bin eigentlich keine Anfängerin mehr und mache mir keine unrealistischen Erwartungen, wie schnell so ein Print-On-Demand-Business (POD) ›erfolgreich‹ wird. Ich höre nicht auf Stimmen, die das behaupten. Aber ich bin leider auch keine Person, die einfach hunderte von Canva-Designs ›zusammenklatscht‹ und damit Geld in Nischen wie Hochzeiten, Baby und was weiß ich alles macht. Es muss ja auch zu mir und meiner Marke passen.
Ich weiß, dass so etwas dauert und viel Arbeit, Ausprobieren und fleißige Produkterstellung und Getüftel braucht. Womit ich aber nicht gerechnet habe, sind die aus meiner Sicht oft zu hohen Produktionspreise (auch im Vergleich zu selbst in Auftrag gegebenem Druck in höheren Auflagen bei Papierprodukten wie Stickern etc.).
Meine persönlichen Erfahrungen mit Print on Demand (bisher)
Zumindest die POD-Produkte, die mich interessiert haben (und keine bedruckten T-Shirts waren), wirkten auf mich oft schon beim Herstellungspreis unattraktiv: Z.B. Geschirrhandtücher oder Kisscut-Stickerbögen. Die Sticker waren qualitativ wenigstens großartig, aber viel zu teuer. Der Druck auf Geschirrhandtüchern war ziemlich enttäuschend. Blasse Farben und/oder grobe Druckqualität, preislich obere Grenze. Emaillebecher gab es kaum in Europa, wenn überhaupt dann nicht spülmaschinenfest. Ja, das macht Sinn…
Vom Thema Nachhaltigkeit fange ich hier am Besten gar nicht erst an. Denn sobald ich die Produkte möglichst nah an Deutschland produzieren lassen wollte, war die Auswahl bei den Anbietern schon gar nicht mehr so groß. Da musste ich Entfernungen in Kauf nehmen: Schweden, Niederlande, Großbritannien…
Auch nicht ideal, wenn man ehrlich zu sich selbst ist.
Lediglich Becher funktionierten einigermaßen. Leider gab es aber auch hier qualitative Einschränkungen bei der Druckqualität, was bei meinem Illustrationsstil auch nicht ganz egal ist. Die feinen Linien wirkten als Druck auf dem Becher gröber, das musste ich erstmal akzeptieren. Aber auch hier gab es teilweise blasse Farben und Fehldrucke.
So war bei mir im Hinterkopf immer die Unsicherheit, was wohl beim Käufer ankommen würde. Würde ich hinter der Qualität überhaupt selbst stehen, die ich da selbstbewusst verkaufen soll?
Und dann kam noch das Thema Versand als Handmade-Marke. Denn beim Käufer kommt ja nur ein mehr oder weniger unpersönliches Paket vom Druckanbieter an. Bei beiden POD-Anbietern, für die ich mich entschieden hatte, gab es zumindest die Möglichkeit, der Bestellung eine kleine Dankeschön-Karte mit eigenem Branding beizufügen.
Toll, dachte ich zuerst!
Nur war diese selbst liebevoll gestaltete Karte bei dem einen Anbieter ein labbriger Zettel! Das wäre mir einfach nur peinlich, wenn ein Käufer diese ›Karte‹ bekäme.
Und beim anderen Anbieter kostete diese Beigabe stolze 2,50 Euro. Das war auch keine Option, weil die Gewinnspanne eh schon knapp war, wenn ich das Produkt noch zu einem Preis anbieten wollte, den ich selbst bezahlen würde und der mir mehr Gewinn (oder wenigstens gleich viel Gewinn) bringen würde als ein digitales Produkt.
Denn ehrlicherweise war schon der Gedanke, dass ich bei physischen Produkten wenigstens etwas mehr Gewinn pro Kauf machen könnte, weil der Gesamtpreis höher ist, den ein Käufer bezahlt. Denn die Etsy Gebühren bei kleinpreisigen digitalen Produkten sind einfach sehr hoch und können den eigenen Verdienst doch ziemlich auffressen.
Die Erkenntnis:
Print on Demand wird vermutlich erstmal nicht mein Weg werden.
So bahnte sich dieses Jahr schrittweise nach einigen Versuchen die Erkenntis den Weg: Print on Demand wird vermutlich aktuell nicht mein Weg werden. Zu wenig Kontrolle über die Qualität. Zu wenig preislich attraktive und zu meinem Stil passende Produkte. Zu wenig eigener Anspruch als Marke. Und nachhaltig ist es irgendwie auch nicht.
Und ja… kurz habe ich bockig überlegt, doch schon eigene physische Produkte anzugehen. Aber das ist ein ganz eigenes Feld, mit anderen Herausforderungen, wenn man statt Atelier Baustelle und Wohnzimmer zum Arbeiten hat. Und wenn man keine Zeit (und keine Lust) hat, täglich Kleinbestellungen zu verpacken und damit zum Briefkasten zu laufen. Das Fass kommt später, wenn überhaupt!
Vorher habe ich in 2026 ein anderes Fass aufgemacht. Und das war die beste Entscheidung des Jahres.
Das Jahr 2025 war trotz der Rückschläge bei POD für mich am Ende gefühlt ein guter Schritt vorwärts. Weil es viele weitere Erfahrungswerte gibt. Weil ich das Gefühl habe, dass sich vieles im Hintergrund stabilisiert. Weil ich unabhängiger geworden bin. Und das ist sogar besser als die ursprünglich angestrebten Ziele.
Mein größter Erfolg, der nicht auf der Ziele-Liste letztes Jahr stand.
Mein größter Erfolg, der nicht auf der Ziele-Liste letztes Jahr stand: Mein eigener Shop!
Über die Gründe habe ich hier im Blog Mein Shop ist eröffnet schon geschrieben. Kurz zusammengefasst: Spätestens seit Frühjahr / Mitte des Jahres haben mich bei Etsy bestimmte Entwicklungen nachdenklich gestimmt. Gleichzeitig machte mich der Print-on-Demand-Bereich nicht ansatzweise zufrieden.
Und da war für mich klar: Jetzt muss ich den eigenen Shop so langsam an den Start bringen. Sonst wird die Abhängigkeit sich irgendwann rächen.
Und der Shop-Aufbau hat zwar Zeit gekostet und nicht alle Vorbereitungen gingen mir leicht von der Hand. Irgendwie sind ja immer die Stylings nicht direkt einstellbar, die man gerne anders haben möchte…
Aber so schlimm war es rückblickend dann eigentlich nicht. Weil die Website schon relativ umfassend Einblick in Motive, Serien und Produkte gab, konnte ich pragmatisch alles ein bisschen umstrukturieren und den Shop anbauen.
Erste Bestellung an Tag 1.
Dabei war ich in der glücklichen Lage, dass schon viele Besucher von Google oder Pinterest auf manchen Beitragsseiten ankamen. Mit Eröffnung des Shops kam für diese Besucher die einfache Möglichkeit dazu, direkt hier auf meiner Website zu kaufen.
Und was soll ich sagen: Die erste Bestellung kam direkt an Tag 1. Danach war zwar auch Tage lang nichts los. Aber stetig kamen jetzt Bestellungen – und jetzt zum Weihnachtsgeschäft war ganz ordentlich Betrieb im Shop.
Und diese Menschen, die mir und meiner Website einen Vertrauensvorschuss geben, müssen jetzt nicht mehr zu Etsy, sondern können hier direkt einkaufen. Und das freut mich so sehr und motiviert zum Weitermachen.
Der Shop hat aktuell nur um die 50 Produkte. Bei Etsy sind es aktuell 240. Das ist dementsprechend die Fleißarbeit der nächsten Zeit, alle Produkte einziehen zu lassen.
Was sich in 2025 stabilisiert und weiterentwickelt hat.
Wenn ich auf den bisherigen Weg zurückblicke, gab es immer wieder bestimmte Produktnischen, die sich sozusagen beim Machen ergeben haben. Ganz in den Anfängen waren es Baummotive für Fingerabdrücke (der ursprüngliche Grund für den Etsy-Shop, obwohl die sich nie besonders gut verkauft haben).
Dann kamen die Motive und Druckvorlagen für die Haussuche, die eine ganze Weile sehr stark dominiert haben und die sich richtig gut verkauften. Bis sich irgendwann der Markt für den Immobilienkauf recht abrupt verändert hat. Erstaunlich, wie schnell so eine erfolgreiche Nische in sich zusammenfallen kann, wenn sich die wirtschaftliche Lage ändert.
Dann kamen nach und nach die Druckdateien für Gutscheine, die mich vor allem 2024 und Anfang 2025 beschäftigt haben. Und dann kamen weitere Produkte, die ich ausprobiert habe: Basteldateien wie Banderolen für Schokolade, Wunderkerzen, oder Anhänger etc.
Vieles habe ich auch erstmal ausprobiert, um einschätzen zu können, was funktioniert. Manches ist gerade auch einfach da und funktioniert noch nicht. Das gehört auch dazu.
Stetige Optimierung und Weitermachen, auch wenn es zwischendurch schwer fällt.
Dieses Jahr habe ich auch bewusster Zeit in Optimierungen bestehender Produkte gesteckt. Dabei gab es auch die Erkenntnis, dass ich Motive und Produkte nicht zu früh aufgeben darf. Denn es gab auch Überraschungen, weil plötzlich Motive beliebt wurden, die vorher keinen interessiert haben.


So zum Beispiel meine Winterhäuser zum Basteln, die wollte ich schon gedanklich zu den Akten legen. Zu aufwendig, speziell, keine Nachfrage. Aber dann habe ich das Motiv einfach versuchsweise auf die Toffifee-Banderole für Weihnachten mit Winterhäusern gepackt, weil es mit dem Querformat auf der Verpackung so schön gepasst hat. Und das Produkt wurde der Beststeller bei den Toffifee-Banderolen.
Das Problem beim Optimieren:
Oft sieht man Erfolge nicht direkt. Man kann nicht vergleichen, ob sich das Produkt jetzt wegen des besseren Mockups besser verkauft oder ob es einfach an der Saison oder an der Sichtbarkeit bei Etsy oder an der SEO-Entwicklung liegt. So viele Faktoren spielen mit rein.
Und das ist nicht immer einfach. Weil zwischendurch immer wieder Phasen sind, in denen der Gedanke aufkommt ›Das bringt doch alles eh irgendwie nichts‹. Tut es ja auch nicht. Bis es irgendwann doch was bringt. 🙂
Und 2025 war auch ziemlich anstrengend. Weil meine normale Arbeit als Designerin für Selbstständige von extremen Flaute-Phasen mit einer Besserung zum Jahresende geprägt war. Das hat zwar dazu geführt, dass ich in dieses Projekt hier mehr Zeit investieren konnte, aber so ein Jahr kostet auch Kraft, weil wirtschaftlich ständig kompensiert und gefühlt mehr geackert werden muss, damit es einigermaßen hinkommt.
Mein Gefühl zum Jahresende:
Es läuft langsam.
Es ist gut, dass Etsy als Plattform weiterhin da ist. Das Weihnachtsgeschäft war nicht so schlecht wie befürchtet – aber im Vergleich zum letzten Jahr und im Verhältnis zu den weiterentwickelten und hinzugekommenen Produkten auch nicht wirklich gut.
Die Plattform Etsy brauchen wir noch nicht abschreiben, auch wenn in 2025 lautstark und berechtigt darüber diskutiert wurde, was vielleicht nicht so dolle läuft.
Vielleicht bringt das neue Jahr ja sogar eine Rückbesinnung auf mehr menschlich gemachte Werke. Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.
Denn nicht nur mich nervt die Verstopfung durch KI-Content und KI-Schrott. Auch andere spüren, dass es schön und wertvoll ist, weiterhin Content und Produkte von echten Menschen zu haben. Kreative Werke, die doch per Hand entstehen, Fehler haben und sich das Eigenwillige und Persönlichkeit bewahren. Auch wenn es aufwendiger ist und mehr Zeit kostet und langsamer ist.
2026: Mehr Marke wagen.
2026 wird aus meiner Sicht auch das Jahr der Marke.
Es bleibt spannend, jetzt mit dem eigenen Shop und meiner Marke weiterzukommen. Der eigene Shop rollt langsam und stetig und diesen kann ich in 2026 weiter ausbauen und füllen.
Und dazu kommen die typischen Marketing-Themen wie: Newsletter starten (ich überlege noch), Bundles (auf jeden Fall!) anbieten, Onlinesichtbarkeit aufbauen.
Gerade SEO ist seit 2025 durch KI-Antworten und Änderungen bei Suchmaschinen und Suchverhalten nicht gerade unkomplizierter geworden. Aber ich merke dadurch auch, wie vorteilhaft es ist, mehrere Kanäle und Plattformen zu haben. Pinterest beispielsweise lief zwischendurch schlecht und ich hatte schon den Gedanken, das Pinnen sein zu lassen. Gut, dass ich weitergemacht habe. Denn aktuell funktionert Pinterest fast besser als Google.
Und das ist auch irgendwie die Zusammenfassung für 2026: Weitermachen. Ausbauen, optimieren. Dabei mehr persönliche Sichtweisen und eigenwillige Beiträge wagen, denn 2026 könnte das Jahr werden, in dem der ganze Aufstand endlich ein bisschen mehr Sinn ergibt und rollt. 😉



